Brexit BTOM UK-Importe und -Exporte

Sie liefern in beide Richtungen zwischen EU und UK – wir übernehmen die komplette Zollabwicklung von Emmerich aus. Wir erstellen die EU-Ausfuhr- und Einfuhranmeldungen, koordinieren CHED-Einreichungen über IPAFFS für SPS-Sendungen, hinterlegen GVMS-Referenzen für UK-Importe und stimmen uns mit Ihrem britischen Zollagenten ab. Sie senden uns Handelsrechnung, Packliste und Transportdaten – Sie erhalten eine durchgängig gestempelte Lieferkette unter EU-UK TCA.

Worum es geht

UK ist seit 1. Januar 2021 Drittland (Nordirland-Sonderregime über das Windsor Framework). Wir wickeln für Sie beide Seiten ab: EU-Ausfuhr im ATLAS, UK-Einfuhr im Customs Declaration Service (CDS), inklusive Sicherheitsmeldungen ENS/EXS und – bei SPS-Waren – CHED-Pre-Notifications im UK-IPAFFS. Wenn Ihre Ware die Ursprungsregeln des EU-UK TCA erfüllt, beantragen wir Zollfreiheit über die Ursprungserklärung; die Anmelde- und Sicherheitspflichten bleiben in jedem Fall bestehen.

Rechtsgrundlage und Status 2026

  • EU-UK TCA in Kraft seit 1. Januar 2021 – wir nutzen es als Präferenzgrundlage für Ihre Sendungen, sofern die Ursprungsregeln greifen.
  • Auf der EU-Seite arbeiten wir mit UZK, UZK-DA und UZK-IA – das ist unser tägliches Werkzeug in ATLAS Ausfuhr und Einfuhr.
  • UK-Border Target Operating Model (BTOM): risikobasiertes Kontrollsystem, das wir bei jeder UK-Einfuhr Ihrer Ware berücksichtigen.
  • BTOM-Phase 1 (31. Januar 2024): Health Certificates für mittel- und hochrisikoreiche Produkte tierischen und pflanzlichen Ursprungs – wir prüfen die Pflicht je Sendung.
  • BTOM-Phase 2 (30. April 2024): physische Kontrollen am UK-BCP, Common User Charge je CHED – wir kalkulieren das in die Abwicklung ein.
  • BTOM-Phase 3 (31. Oktober 2024): Safety and Security Declarations für EU-Importe nach UK – die hinterlegen wir parallel zur Zollanmeldung.
  • Nordirland-Protokoll und Windsor Framework: bei Sendungen nach Nordirland ordnen wir Green Lane oder Red Lane korrekt zu.

Border Target Operating Model (BTOM)

Wir ordnen Ihre Ware vor jeder UK-Einfuhr in die BTOM-Risikokategorie ein und leiten daraus den Pflichtenumfang ab: Anmeldeart, CHED-Bedarf, BCP-Anbindung und voraussichtliche Common User Charge. Der Schwerpunkt liegt auf SPS-Waren; bei nicht-SPS-Sendungen erstellen wir die UK-Einfuhranmeldung im CDS und hinterlegen die GVMS-Referenz.

RisikokategorieBeispielwarenPflichten
Niedriges Risiko (Low)Bestimmte Lebensmittel, gewerbliche Pflanzenprodukte ohne hohes PflanzenschutzrisikoVereinfachte Anmeldung, geringe Kontrollintensität
Mittleres Risiko (Medium)Fleisch, Milchprodukte, viele PflanzenprodukteHealth Certificate, Pre-Notification, ggf. physische Kontrolle
Hohes Risiko (High)Lebende Tiere, hochrisikoreiche Lebensmittel, bestimmte PflanzenHealth Certificate, Pre-Notification, Pflichtkontrolle am Border Control Post

Common Health Entry Document (CHED)

  • Wir koordinieren die CHED-Pre-Notification im UK-IPAFFS für SPS-Sendungen mit mittlerem oder hohem Risiko.
  • Wir wählen den richtigen CHED-Typ: CHED-A (lebende Tiere), CHED-P (tierische Produkte), CHED-PP (Pflanzen und Pflanzenprodukte), CHED-D (Lebens- und Futtermittel nicht tierischen Ursprungs).
  • Wir reichen mindestens 4 Stunden vor Ankunft (Straße) bzw. 24 Stunden (See, Luft) am UK-Border Control Post ein.
  • Sie liefern uns das Health Certificate des deutschen Veterinär- oder Pflanzenschutzdienstes – wir hängen es im IPAFFS-Datensatz ein.
  • Wir stimmen den BCP mit Ihrer Spedition ab, damit Inspektionsslot und Routing zusammenpassen.

Common User Charge

Wir kalkulieren die Common User Charge bei jeder SPS-Sendung über staatliche UK-BCPs vorab in Ihre Abrechnung ein: 29 GBP pro Commodity Line im CHED, gedeckelt bei 5 Linien = 145 GBP pro CHED (Stand 2025). Wir achten darauf, wie viele CHEDs Ihre Sendung benötigt – mehrere Warengruppen führen zu mehreren CHEDs und damit zu mehrfachem Anfall der Gebühr. Sie bekommen die Kostenposition transparent ausgewiesen, bevor wir einreichen.

Ursprungsregeln im TCA

  • Wir prüfen je Position, ob Ihre Ware die TCA-Ursprungsregeln gemäß Anhang ORIG-1 erfüllt – nur dann ist Zollfreiheit präferenzberechtigt.
  • Bis 6.000 EUR Sendungswert hinterlegen wir die Ursprungserklärung auf der Rechnung ohne REX – wir liefern Ihnen den korrekten Wortlaut.
  • Über 6.000 EUR begleiten wir die REX-Registrierung bei der Generalzolldirektion und nutzen Ihre REX-Nummer in der Erklärung.
  • Drittlandsware mit nur leichter Bearbeitung in der EU ist in der Regel nicht präferenzberechtigt – wir flaggen das vor der Anmeldung statt im Nachhinein.
  • Alternativ stützen wir die UK-Einfuhrseite auf Importer's Knowledge, wenn Ihr UK-Empfänger gesicherte Lieferanteninformationen hat.
  • Wir weisen Sie auf die 4-jährige Aufbewahrungspflicht der Ursprungsnachweise hin und legen die Dokumente entsprechend ab.

Typische Stolperfallen

  • Fehlende oder falsch formulierte Ursprungserklärung – wir liefern Ihnen den korrekten Wortlaut, damit UK-HMRC die Zollfreiheit nicht verwirft.
  • Drittlandsware mit nur leichter EU-Bearbeitung – wir trennen vor der Anmeldung präferenzberechtigt von nicht-präferenzberechtigt.
  • Unklare Incoterms zwischen Ihnen und Ihrem UK-Partner – wir klären mit Ihnen, wer EU-Ausfuhr, UK-Einfuhr, Import-VAT und Pre-Notification trägt.
  • Vergessene CHED-Pre-Notification – wir setzen feste Vorlauffristen, damit die Sendung nicht am UK-BCP abgewiesen wird.
  • Sicherheitsanmeldungen (S&S) seit BTOM-Phase 3 – wir reichen sie parallel zur Zollanmeldung ein, nicht als Nachgang.
  • Onlinehandel EU-UK: bei UK-VAT-Pflicht ab 0 GBP koordinieren wir mit Ihnen UK-EORI/VAT-Setup oder das Marketplace-Modell – wir machen aber keine VAT-Anmeldung selbst.

Wie wir Sie unterstützen

  • Wir erstellen die EU-Ausfuhranmeldung in ATLAS und die EU-Einfuhranmeldung mit T1-Beendigung für UK-EU-Sendungen.
  • Wir reichen die UK-Einfuhranmeldung im Customs Declaration Service (CDS) ein und hinterlegen die GVMS-Referenz für den Fährhafen.
  • Wir koordinieren CHED-IPP/CHED-PP für SPS-Sendungen und stimmen den BCP mit Ihrer Spedition ab.
  • Wir setzen die Ursprungserklärung korrekt auf, begleiten die REX-Registrierung und prüfen Importer's Knowledge als Alternative.
  • Wir klären mit Ihnen die Incoterms und stimmen mit Ihrem UK-Zollagenten ab, damit beide Seiten der Lieferkette zusammenpassen.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Wir erstellen für jede EU-UK-Sendung Ausfuhr- und Einfuhranmeldung; das TCA bringt Zollfreiheit bei korrektem Ursprung, ersetzt aber keine Anmeldung. Sicherheitsmeldungen (ENS/EXS) und – bei SPS-Waren – CHED reichen wir parallel ein.
Zollfreiheit heißt: kein Drittlandszoll, sofern Ihre Ware die TCA-Ursprungsregeln erfüllt und wir den korrekten Ursprungsnachweis hinterlegen. Zollformalitäten – elektronische Anmeldung in ATLAS bzw. CDS, S&S-Meldung, ggf. CHED, EUSt/VAT-Behandlung – fallen unabhängig davon an. Wir liefern beides.
Wir setzen die Ursprungserklärung des Ausführers im definierten TCA-Wortlaut auf Ihre Rechnung. Bis 6.000 EUR ohne REX, darüber begleiten wir die REX-Registrierung bei der Generalzolldirektion und nutzen Ihre REX-Nummer in der Erklärung. Alternativ stützen wir die UK-Einfuhrseite auf Importer's Knowledge, wenn Ihr UK-Empfänger gesicherte Lieferanteninformationen hat.
Für Industrieprodukte erstellen wir die UK-Einfuhranmeldung im CDS mit S&S-Meldung und GVMS-Referenz, in der Regel ohne BCP-Inspektion und ohne CHED. Der BTOM-CHED-Pfad greift bei SPS-Waren. Bei produktsicherheits- oder umweltrechtlich sensiblen Industriewaren prüfen wir Sonderpflichten je Sendung.
Eine UK-Pauschalgebühr für SPS-Importe an staatlichen BCPs, fällig seit 30. April 2024. 29 GBP pro Commodity Line im CHED, Deckel bei 5 Linien = 145 GBP pro CHED. Wir weisen die Position vorab transparent aus, weil eine Sendung mit mehreren CHEDs auch mehrfach belastet wird – unabhängig davon, ob physisch geprüft wird.
Nordirland ist über das Windsor Framework Teil des EU-Binnenmarkts für Waren. Wir wickeln Sendungen, die in Nordirland verbleiben, über den Green Lane mit reduzierten Kontrollen ab; gehen sie weiter ins UK, läuft die Abwicklung über den Red Lane mit vollständigen Kontrollen. Welche Spur greift, klären wir vor der Anmeldung anhand Ihrer Empfangs- und Weiterversandkette.
Für UK-B2C brauchen Sie in der Regel UK-EORI plus UK-VAT-Registrierung – oder Sie verkaufen über ein Marketplace-Modell (Amazon, eBay). UK-VAT greift ab 0 GBP, ab 135 GBP Sendungswert läuft die Import-VAT über den Importeur. Wir übernehmen die Zollanmeldungen und stimmen mit Ihrem VAT-Berater ab; eine UK-VAT-Registrierung selbst führen wir nicht durch.